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Eisaku Noro

Designer (Garne und Mode)

www.eisakunoro.com

 

Eisaku Noro ist der Schöpfer der unvergleichlich schönen Noro-Naturgarne, die am Firmensitz in der japanischen Präfektur Aichi entwickelt und hergestellt werden.

Eisaku Noro - oder Norosan, wie seine Mitarbeiter den Firmenchef nennen, wenn sie die förmlichere Höflichkeitsanrede benutzen, die einem Herrn in fortgeschrittenem Alter zusteht - wurde in der Umgebung des Yoshino-Kumano-Nationalparks geboren. Die wunderschöne Natur der beiden Distrikte - Yoshino mit seinem gebirgigen Charakter und Kumano mit seinem Reichtum an Flüssen, den vielen Schluchten und der Meeresküste - hat Noros Jugend geprägt. Der berühmte japanische Dichter Basho pries die Präfektur Mie, in der der Nationalpark liegt, bereits im siebzehnten Jahrhundert in einem Haiku.

„Der überwiegende Teil des Parks ist seit meiner Kindheit nicht verändert worden," erinnert sich Noro, "und man kann heute noch die Mannigfaltigkeit des Geländes und der Pflanzen- und Tierwelt genießen. Mitten durch den Park verläuft der Miyakawa, einer der letzten natürlichen Quellwasser-Flüsse Japans. Als Kind verbrachte ich viele vergnügte Sommernachmittage mit Fischen und Wandern, auf der Suche nach allen möglichen Blumen und Sträuchern. An Tagen mit klarer Luft standen wir besonders früh auf und machten uns auf Bergwanderungen. Besonders aufregend war es, wenn der Fujiyama durch die Wolken stach. Ich mochte es sehr, mich inmitten dieser aufregenden Landschaft zu bewegen.“

Schon mit 13 Jahren entdeckte er in der Schule seine Liebe zur Malerei: „Kurz nachdem ich in die weiterführende Schule kam, gewann ich den ersten Preis in einem Kunstwettbewerb.“ Noro fährt fort: „Dieser Gewinn gab mir großes Selbstvertrauen. Ich verbrachte endlose Stunden damit, Seite um Seite meiner Zeichenblöcke zu füllen. Insbesondere der japanische Künstler Sotaro Yasui, der stark von den französischen Impressionisten wie Cézanne und Renoir beeinflusst war, hatte es mir angetan.“

Obwohl seine Lehrer ihm eine Künstlerlaufbahn ans Herz legten, erschien Noro dieser Weg zu riskant und er entschied sich stattdessen im Alter von 15 Jahren für eine Ausbildung an einer lokalen Schule für Textilproduktion. Zwanzig Jahre später, 1972, machte er sich dann im Alter von 35 Jahren selbstständig und gründet Eisaku Noro Inc., um seine Vision umzusetzen: Garne zu entwickeln, die höchsten ästhetischen Ansprüchen genügen, und diese auf eine Weise zu färben, wie es sonst noch niemand geschafft hatte.

Entwicklung und Herstellung

Bei der Garnherstellung kommt es Noro vor allem auf Auge und Hand an: „Etwas mit der Hand zu fertigen, heißt es mit Liebe zu machen. Manuell hergestellte Dinge sind immer auch die schönsten.“ Obwohl die Arbeit des Spinnens überwiegend von Maschinen erledigt wird, liegt Noro sehr viel daran, das Handgemachte an seinen Garnen zu bewahren. „Ich versuche Maschinen nur dann zu benutzen, wenn es anders absolut nicht geht,“ erklärt er. „Wir beginnen die Herstellung per Hand, und wir beenden sie per Hand.“

Es kann zwischen einem Monat und einem Jahr dauern, bis er mit seinen Farbkompositionen zufrieden ist. Seinen eigenen Worten zufolge braucht er bis zu sieben Jahre, bis ein Garn marktreif ist.

Neben den hochwertigen, natürlichen Rohstoffen legt Noro großen Wert auf eine möglichst umweltfreundliche Herstellung.

„Meine Assistenten und ich gestalten alle Garne selbst,“ erklärt Noro. „Nach der Färbung führen wir eine Reihe von Tests durch. Wir bestimmen die Qualität hinsichtlich Garnstärke, Reißfestigkeit, Dehnungsfähigkeit, Aussehen, Farbe, Textur und Gewicht. Nachdem wir Mustermodelle angefertigt haben, kontrollieren wir sie auf Haltbarkeit, Waschbarkeit, Schrumpfeigenschaften, Oberflächenstruktur und Pilling.“

„Er strebt danach, sein Garn zu schön wie möglich zu machen und die perfekte Balance zwischen Farbe, Form und Qualität zu finden,“ meint Sion Elalouf, Chef des amerikanischen Großhändlers Knitting Fever. „Aber es reicht ihm nicht, dass es den Japanern gefällt. Er will mit seinen Garnen nationale und kulturelle Schranken überwinden, genauso wie Kunst es will. Erst dann ist er mit einer Entwicklung zufrieden, und erst dann ist er bereit, etwas als das bestmögliche Produkt zu akzeptieren.“

Elalouf erzählt folgende Anekdote über Noros legendären Perfektionismus: „Vor einigen Jahren bezogen wir von Noro ein wunderschönes Tweed-Garn aus Seide, Angora und Wolle. Für jede Farbe des Garns waren 55 einzelne Färbungsbäder erforderlich, bevor die Fasern gesponnen werden konnten – ein sehr teurer Prozess. Um die Kosten zu senken und die Produktionskapazität zu erhöhen, schlugen wir Noro vor, die Anzahl der Bäder auf 35 zu reduzieren, da höchstwahrscheinlich weder meine Kunden noch ich diesen Unterschied mit bloßem Auge bemerken würden. Er aber hat sich ziemlich geärgert, und bestand darauf, dass er den Unterschied sehen würde.“

Man kann wohl zurecht sagen, dass Eisaku Noro ein Mensch ist, dem es neben den Herstellungsprozessen vor allem um Schönheit geht. Er ist im ursprünglichen Sinn des Wortes ein Romantiker, den es danach drängt, Gefühl, Inspiration und Leidenschaft in die Welt des Strickgarns zu bringen.